Last days of Movember

Brustkrebs – ein öffentlich sehr häufig besprochenes Thema. Ein Thema, für das immer wieder (wichtige) Aufmerksamkeit gefordert wird, auch ein eigener „breast cancer awareness month“ wurde im Oktober etabliert. Schließlich erkrankt mittlerweile rund eine von acht Frauen an Brustkrebs. Rund 30% aller Krebserkrankungen betreffen die weibliche – seltener auch männliche – Brust.

Ein deutlich weniger besprochenes, aber mindestens genauso wichtiges, Thema betrifft hingegen ausschließlich Männer. Und zwar bis zu 6000 pro Jahr.
Das Prostatakarzinom. Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern, derzeit leben in Österreich etwa 60 000 Patienten mit dieser Diagnose.
Aufklärung, Aufmerksamkeit und Sensibilität sind bei solchen Themen und Erkrankungen das Um und Auf. Der Aufklärungsmonat November („Movember“) steht ganz im Zeichen dieser Punkte.

Prävention

Ein gesunder Lebensstil wirkt sich immer positiv auf unsere Gesundheit aus. So auch auf die Entstehung mancher Krebsarten. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können dabei helfen, der Entstehung von Prostatakarzinomen vorzubeugen.

Ernährungsempfehlungen

  • Körpergewicht „normalisieren“ – der Begriff „normal“ ist natürlich auch im Bezug aufs Körpergewicht schwer zu definieren. Gemeint ist bei diesen Empfehlungen, dass es sich günstig auf die körperliche Gesundheit auswirkt, eventuell bestehendes Übergewicht durch gesunde Ernährung und Bewegung abzubauen. Gemäß der Definition liegt der Normalgewichtsbereich zwischen einem BMI (body mass index) von 18,9-24,9 kg/m².
  • pflanzlichen Produkten den Vorzug geben – vor allem im Vergleich zu rotem Fleisch und stark verarbeiteten tierischen Produkten. Diese stehen immer wieder in Verdacht, die Entstehung diverser Krebsarten zu fördern.
  • Alkohol – bei den meisten Diagnosen wird dieser Punkt besprochen. Fakt ist: je weniger, desto besser.
  • Soja – erstaunlicherweise gibt es in Regionen, in denen häufig Sojaprodukte am Speiseplan stehen, weniger hormonabhängige Tumoren, wie Brust-, oder eben Prostatakrebs. Zurückzuführen dürfte dies auf den hohen Anteil an Isoflavonen (sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe) im Soja sein.
  • Senföle – die in Kraut- und Kohlgemüse enthaltenen Scharfstoffe dürften sich ebenfalls positiv auswirken, der protektive Effekt scheint jedoch recht gering zu sein.
  • Bewegung – Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Vorsorgeuntersuchungen

Die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr können zu einer frühen Diagnosestellung mit guten Heilungsaussichten führen. Deshalb sollte jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr einmal zu einem Facharzt/einer Fachärztin für Urologie gehen.

Symptomatik und Diagnostik

Da Prostatakarzinome im Anfangsstadium oft nur langsam wachsen, treten Beschwerden wie Hämaturie (Blut im Harn), ein abgeschwächter Harnstrahl, Restharnbildung oder Harnverhaltung häufig erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Bei metastasierten (streunenden) Erkrankungen können darüber hinaus Symptome wie Knochenschmerzen, Anämie (Blutarmut) oder Niereninsuffizienz auftreten.

Zur Diagnostik gehören in der Regel neben der digital-rektalen Untersuchung die Prostatabiopsie, die Bestimmung des PSA (prostataspezifisches Antigen) im Blut, sowie spezielle bildgebende Verfahren wie das mpMRT.

Therapie

Die Therapieentscheidung richtet sich nach dem Tumorstadium, den Nebenerkrankungen, dem Alter und der geschätzten Lebenserwartung.

Nach Besprechung des Falles in einem multidisziplinärem Tumorboard reicht die Therapieempfehlung von aktiver Überwachung bei Patienten mit dem niedrigsten Progressionsrisikoprofil bis hinzu radikaler Prostatektomie (operative Entfernung) und Bestrahlung bei lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom und einer geschätzten Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren. In der fortgeschrittenen metastasierenden Erkrankung kann die palliative (lindernd, die Krankheit aber nicht mehr heilend) hormonelle Behandlung das Tumorwachstum über Jahre verlangsamen.

Seit einigen Jahren können durch den Einsatz  von Chemotherapie bzw. Immuntherapie wertvolle Lebenszeit ermöglicht werden.

Geht also zur Vorsorge, denn Vorsorge ist im Falle einer Krebserkrankung vielleicht sogar das halbe Leben!

Dieser Beitrag ist mit Unterstützung von Dr. C. Corena (FA für Innere Medizin) entstanden. Vielen Dank!

Quellen:

krebsgesellschaft.de
https://www.die-wertvollen-momente.de/blog/prostatakrebs/movember/
https://pixabay.com/de/vectors/movember-november-schnurrbart-krebs-3779773/